Meningokokken

Es gibt mehrere Serogruppen, nämlich Gruppe A, B, C, X, Y, Z und W-135 sowie L und selten D.
In Österreich findet sich in etwa 80% die Serogruppe B, in etwa 20% die Serogruppe C. Die anderen Serogruppen sind extrem selten. Eine Impfung gegen die Serogruppe B gibt es nicht. In Ländern, wo überwiegend Infektionen mit der Serogruppe C auftreten (z.B.Großbritannien) erfolgt eine generelle Impfung der Säuglinge mi einem konjugierten Impfstoff gegen diese Erreger. Eine Impfung gegen Meningokokken der Gruppe A, C, Y und W-135 sollte bei Reisen in Länder mit erhöhtem Meningokokkenrisiko erfolgen.
Bemerkt werden darf, dass sich Meningokokken in etwa 10-20% der gesunden Bevölkerung im Rachenabstrich nachweisen lassen, wodurch eine gewisse natürliche Immunität entsteht. Obwohl es sich um eine seltene Erkrankung handelt, ist sie wegen des möglichen schweren Verlaufes zu beachten.
Die Übertragung des Meningokokkenbakteriums erfolgt durch engen, direkten Kontakt mit einem Infizierten (kissing-disease), Tröpfcheninfektion und selten durch mit Nasensekret Infizierter verunreinigte Gegenstände.
Die Erkrankung beginnt wie ein grippaler Infekt, wobei sich sehr rasch die Zeichen einer Meningitis (Kopfschmerzen, Genickstarre) entwickeln können. Ein wesentliches Symptom sind die petechialen sowie grobfleckigen Hautblutungen; gefürchtet ist das Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom, bei dem es sich um eine foudroyant verlaufende Sepsis mit generalisierten Gefäßschäden handelt (als Symptome finden sich neben hohem Fieber Krämpfe, Bewußtseinstrübung, Blutungsneigung). Diese Form endet fast immer in wenigen Stunden letal.
Die Meningokokkenbakterien sind sehr empfindlich gegen Antibiotika, sodass bei engem Kontakt mit Erkrankten eine entsprechende Prophylaxe durchgeführt werden kann. Das erforderliche Vorgehen wird von der Gesundheitsbehörde gemeinsam mit den behandelnden Ärzten festgelegt.

 
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