Pocken

Seit dem Jahr 1979 gilt das Pockenwildvirus als ausgerottet. Nur in jeweils einem Labor in der USA und der Sowjetunion wurden Pockenviren eingelagert. Gerüchten zufolge kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pockenviren aus diesen Labors weitergegeben wurden und somit eine potentielle Gefahr im Hinblick auf biologische Waffen besteht.

Die Übertragung des Pockenvirus erfolgt mittels Tröpfchen- und Schmierinfektion über das Nasen-Rachensekret bzw. Hauteffloreszenzen erkrankter Personen. Eine aerogene Infektion über Klimaanlagen, Briefsendungen oder mittels kontaminierter Stoffe ist möglich, spielt jedoch aufgrund der Virusempfindlichkeit eine untergeordnete Rolle.
Die Krankheit beginnt mit Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber bis 40,5°C, Übelkeit, Erbrechen und Bewußtseinstrübung.
Am 1. oder 2. Krankheitstag kommt es zu einem Enanthem in Nasen-Rachenraum und Zungenbereich; es beginnt zunächst mit einem roten Fleck (Macula), verdickt sich dann (Papel), wird zu einem Bläschen, welches dann aufbricht. Etwa um den 10. Krankheitstag ist das Enanthem abgeheilt, die Virussekretion und damit die infektiöse Phase dauert vom 1. bis zum 8. Tag.
2 bis 4 Tage nach dem Erkrankungsbeginn kommt es zusammen mit einem kurzen Fieberabfall zum Auftreten eines Exanthems, von dem der ganze Körper betroffen ist; wieder finden sich zunächst Maculae, dann Papeln, anschließend Bläschen (mit klarem Inhalt), welche in Pusteln übergehen, die dann abtrocknen. Der Schorf enthält infektiöses Material. Nach etwa 3 Wochen sind alle Schorfe abgefallen.
Es gibt unterschiedlich schwere Verlaufsformen. Beim hämorrhagischen Verlauf kommt es zu massiven Haut- und Schleimhautblutungen und zum Exitus um den 4. bis 10. Krankheitstag.
Bis in die 70-iger Jahre wurden in Österreich Impfungen gegen Pocken durchgeführt. Es ist davon auszugehen, dass die geimpften Personen keinen Schutz vor einer Erkrankung haben, allerdings dürfte eine allfällige Erkrankung milder verlaufen. Mangels Vorhandenseins von Pocken-Antigen kann eine Austestung nicht erfolgen.
Eine generelle Durchimpfung der Bevölkerung wird es nicht geben, da mit einer hohen Komplikationsrate zu rechnen ist. Man geht von etwa 1000 unerwünschten Nebenwirkungen (dabei 2 bis 7 Todesfälle) pro 1 Million Impfungen aus. Daher wird beim (unwahrscheinlichen) Auftreten eines Pockenfalles nach dem „Surveillance–and–Containment–Prinzip“ vorgegangen werden. Dies bedeutet aktive Fallsuche und Überwachung sowie gezielten Impfeinsatz (bei konkreten Kontaktpersonen).

 
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